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Stangengemüse Spargel – aus der Apotheke auf den Teller

Um das königliche Gemüse ranken sich bis heute viele Mythen und Geschichten – kein Wunder, denn der Spargel wird im Frühling kiloweise verkauft und ist in seiner Verarbeitung überaus vielseitig. Die mehrjährige Staude schmeckt allerdings nicht nur besonders köstlich, sondern ist zudem äußerst vitaminreich und gleichzeitig recht kalorienarm.

Spargel-Genuss im Frühling

Von Mitte April bis Mitte – Ende Juli ist Spargelsaison – pro Tag können bis zu 20.000 Kilo geerntet werden. Allerdings ist Spargel nicht gleich Spargel: so wächst der weiße Spargel unterirdisch, ist recht zart und weniger geschmacksintensiv als der grüne Kollege. Letzterer ist zu Beginn auch weiß, erhält seine Farbe hingegen erst durch das überirdische Wachstum. Ganz gleich, für welche Farbe sich der Genießer letztendlich entscheidet – das Gemüse kann durchaus entschlackend wirken, vorausgesetzt, die reichhaltige Sauce wird außen vor gelassen. So beträgt der Verzehr von Spargel ohne Sauce Hollandaise gerade mal 20 kcal pro 100 g (mit der Sauce Hollandaise sind es hingegen weit über 500 kcal/100g).

Spargel im Wandel der Zeit

Bis der Spargel auf den Teller kommt, dauert es eine Weile, denn die Ernte ist ziemlich anstrengend. Beim Spargel-Stechen muss das Stangengemüse von der Erde befreit und schließlich mit einem scharfen Messer abgekappt werden. Ein guter Erntehelfer schafft routinierterweise rund 200 kg pro Tag – für den Anfänger ist dies allerdings weniger einfach, denn die Arbeit in gebückter Haltung ist überaus anstrengend. Doch was uns auch heute noch so gut mundet, war bereits bei den Ägyptern sehr bliebt. Diese genossen die weißen und grünen Stangen bereits vor über 5.000 Jahren. Später galt der wildwachsende Spargel sogar als Arzneimittel bei den Griechen. Erst die Römer kultivierten das Gemüse und legten den Grundstein zu dem noch heute bekannten Anbauverfahren.

Geschichten zufolge brachten auch die Römer den Spargel nach Deutschland – dies soll Überlieferungen gegen Mitte des 13. Jahrhunderts gewesen sein. Zugegebenermaßen war der Spargel hierzulande weniger wegen seines Genusses begehrt, sondern eher wegen seiner medizinischen Wirkungen. In England und Spanien wurde zu Beginn des 16. Jahrhunderts der Anbau perfektioniert und auch in Deutschland wurde der wohltuende Geschmack indes populärer. Heute ist Spargel auf der ganzen Welt beliebt. Deutschland gilt mit über 92.000 Tonnen als Haupterzeuger in Europa, China ist mit knapp 7.000.000 Tonnen Weltführer, gefolgt von Peru. Aber auch Frankreich, Spanien, Thailand, Italien und die USA bauen den Spargel an – das Geschäft ist allerdings schwierig und erfordert Ausdauer. Das Gemüse liebt sandigen und warmen Boden. Ein Jahr vor der Ernte wird gedüngt, im zweiten Jahr wird der Spargel gepflanzt, damit im 3. Jahr schließlich geerntet werden darf.

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